Der SPD Gesprächskreis Netzpolitik: eine 25-köpfige Farce

3. March 2010 - 12:38 pm Uhr

Gestern Abend hat sich nun endlich der ominöse neue SPD Gesprächskreis Netzpolitik zum ersten Mal getroffen. 25 Man(n) schwer, teils bekannte Gesichter, teils unbekannte Gesichter. Nach der Wahlschlappe und den großen Protesten über das Zensursula-Gesetz hallte es aus allen Ecken: wir haben gelernt. Ist der Gesprächskreis nun wirklich eine Erneuerung oder mal wieder die nächste Farce der SPD Netzpolitik?

Eins vorne weg: die Idee eines Gesprächskreises halte ich für absolut falsch. Hier wurde wieder in alten Parteistrukturen gedacht. Wir haben ein Problem. Also setzen wir doch einfach ein Expertengremium ein. Dies hatte die SPD beim Thema Netzpolitik bereits getestet und ist damit frontal gegen die Wand gefahren. Derzeit sehe ich noch keine Indizien wieso das diesmal anders sein sollte.

Eine weitere Katastrophe ist die Zusammensetzung des Gesprächskreises. Bei vielen wie z.B. Sascha Lobo handelt es sich um eine reine PR-Maßnahme. Bei anderen fragt man sich was die in einem solchen Kreis machen. Wie die Zusammensetzung zu Stande gekommen ist weiß so recht niemand. Da das neue Credo aber Mitgliederpartizipation heißt war der Parteivorstand so gnädig und hat in einer schnell improvisierten Wahl drei Mitglieder in den erlesenen Gesprächskreis per Kommentar voten lassen. Ich nehme mal an das nennt sich dann wahrscheinlich „Öffnung zur Parteibasis hin“.

Die genaue Rolle des Gesprächskreises ist mir zu mindest nicht klar. Er soll den Parteivorstand beraten aber auch nicht wirklich. Er soll geschlossen sein aber auch irgendwie offen. Er soll sich um die Parteigruppen kümmern aber auch nicht wirklich. Er soll innovativ sein aber auch nicht zu sehr. Er soll öffentlich tagen aber bitte ohne Gäste.

In vielen Bundesländern treffen sich mittlerweile regelmäßig Basisgruppen. Diese wurden durch den Gesprächskreis komplett vor den Kopf gestoßen. Der Parteivorstand hat mal eben ein Gremium über diese Gruppen gesetzt. Irgendwie sollen diese Gruppen auch einbezogen werden, aber wie weiß noch niemand. Frei nach dem Motto: Hauptsache sie machen nichts kaputt. Es ist überhaupt nicht klar ob sie zukünftig überhaupt eine Rolle im Gesprächskreis spielen sollen. Sehr Schade!

Ich stelle mir wirklich die Frage ob die Antwort der SPD auf die Frage der digitalen Gesellschaft ein 25-köpfiges geschlossenes Gremium sein kann? Ich persönlich hoffe, dass der Parteivorstand hier sein Konzept noch einmal überdenkt und endlich die Politik auch für die Parteibasis öffnet. Gerade bei diesem Thema hätte es die SPD mehr als bitter nötig!

16 Kommentare » | Uncategorized

Online Communities: Wo muss ich als Politiker präsent sein?

6. February 2010 - 3:10 pm Uhr

Vor einigen Tagen hat das Nielsen Insitut seine Studie über die Nutzung von Online-Communities veröffentlicht. Die Studie an sich bietet kaum neue Informationen. Sie gibt aber einen Anhaltspunkt auf welchen Plattformen Politker präsent sein müssen.

Eine Erkenntnis der Studie ist, dass kein Weg mehr an Online Communities vorbei geht. Obwohl Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern immer noch hinterher hinkt, gab es in Deutschland die höchste prozentuale Steigerung der Nutzerzahlen. Mittlerweile sind 51 Prozent der Deutschen, Mitglied einer Online-Community. Vor allem Facebook wächst sehr schnell. Studivz und Myspace dagegen stagnieren oder fallen sogar. Allerdings hat die VZ Gruppe weiterhin einen relativ komfortablen Vorsprung. Twitter ist letztes Jahr explosionsartig gewachsen, spielt aber weiterhin in absoluten Zahlen eher eine untergeordnete Rolle.

Interessant an Facebook ist vor allem die lange Verweildauer der Nutzer auf der Seite. So ist die durchschnittliche Verweildauer innerhalb von nur einem Jahr um 566 Prozent gestiegen. Weiter auf dem Vormarsch ist auch das mobile Internet. So verfügen mittlerweile 6,6 Prozent der deutschen Nutzer über ein Smartphone.

Die gesamte Studie findet ihr hier: http://server-uk.imrworldwide.com/pdcimages/Global_Faces_and_Networked_Places-A_Nielsen_Report_on_Social_Networkings_New_Global_Footprint.pdf

Eine weitere interessante Studie über die Soical Media Nutzung der Jugendlichen hat das PewResearchCenter veröffentlicht: http://www.pewinternet.org/Reports/2010/Social-Media-and-Young-Adults.aspx

3 Kommentare » | Uncategorized

Fünf Gründe für einen intensiven Online-Wahlkampf

12. January 2010 - 3:15 pm Uhr

1. Das Internet ist überall
Egal wo in Deutschland eine Wahl stattfindet, das Internet spielt eine wichtige Rolle. Egal wie alt die Bevölkerung im Durchschnitt ist, die meisten besitzen zu mindest eine E-Mail Adresse.

2. Sehr geringer Kostenfaktor
Die Kosten für einen guten Online-Wahlkampf sind in der Regel sehr gering. E-Mail Verteiler, die eigene Homepage, ein eigener Blog oder Facebook Profile sind alle entweder kostenfrei oder kosten im Vergleich zu Anzeigen oder Werbung kaum etwas.

3. Jeder kann es
Jeder Politiker, egal ob internetafin oder nicht, kann nach kurzer Zeit die Grundlagen des Online-Wahlkampfs erlernen.

4. Eine ungefilterte Kommunikation
Das Internet ist das einzige Medium was dem Politiker eine direkte Kommunikation mit seinen Wählern bietet. Print, Radio, Fernsehen werden jeweils noch einmal von Journalisten aufbereitet.

5. Online-Fundraising
Online-Fundraising kann auch in Deutschland funktionieren. Die Beispiele von Thorsten-Schäfer Gümbel oder Ralf Stegner haben gezeigt, dass auch in Deutschland Politiker online Geld sammeln können.

1 Kommentar » | Uncategorized

Die britischen Abgeordneten im Internet

11. January 2010 - 4:40 pm Uhr

Die Hansard Society hat einen Studie durchgeführt über die Internetnutzung der Abgeordneten.

Folgende Grafik zeigt was die Abgeordneten im Netz am meisten nutzen:

MP_Usa_Internet.bmp

Den vollständigen Bericht findet ihr hier: http://www.hansardsociety.org.uk/blogs/publications/archive/2009/02/24/mps-online-connecting-with-constituents.aspx

Kommentieren » | Uncategorized

Tipps und Tricks für die Facebook Fanpage

8. January 2010 - 3:33 pm Uhr

Neben dem klassischen Profil greifen auch immer mehr Parteien und Politiker bei Facebook auf die so genannte Fanpage zurück. Hier einige Tipps und Tricks für die eigene Seite:

- Die einfachste Form der Kommunikation auf der Fanpage ist über die Statusmeldung. Hier kann man Kommentare, Links oder Videos posten. Die Unterstützer wiederum haben die Möglichkeit diese zu kommentieren.
- Zudem gibt es noch die Möglichkeit des so genannten RSS-Feeds. Das heißt die Nachrichten der eigenen Website erscheinen regelmäßig automatisch auch auf der Fanpage.
- Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel die Erstellung von Events oder das Hochladen von Fotos.

Neben den Grundsfunktionen bietet Facebook aber auch die Möglichkeit die Fanpage noch stärker zu personalisieren.

- So kann man die oberen Felder dank der Applikation „Static FBML“ recht einfach selbst verändern. Hierzu braucht man allerdings geringfügige Programmierkenntnisse.
- Wer einen Twitter-Account besitzt kann diesen unter www.facebook.com/twitter recht einfach verbinden.
- Es gibt natürlich zusätzlich auch noch die Möglichkeit Videos, interaktive Chats oder viele andere Applikationen auf der Fanpage zu integieren. Hierzu muss man einfach folgenden Pfad klicken: Seite bearbeiten-> Pinnwand-Einstellungen bearbeiten-> ‘Reiter, der allen anderen Nutzern standardmäßig angezeigt wird:’ auf ‘Felder’ ändern.

outback

Ein schönes Beispiel für eine personalisierte Fanpage bietet die australische Restaurantkette Outback. Diese hatte die einfache Idee jedem Fan eine kostenlose Vorspeise zu geben. Zudem kann man seine Bestellungen direkt auf der Fanpage abgeben. Innerhalb kurzer Zeit hatte die Restaurantkette eine halbe Million Fans!

Kommentieren » | Uncategorized

In eigener Sache

6. January 2010 - 3:31 pm Uhr

Initiativ-Treffen sozialdemokratische Netzpolitik

am 12. Januar um 20 Uhr wollen wir uns oben im St.Oberholz treffen um über eine sozialdemokratische Netzpolitik zu diskutieren. Uns geht es darum einen regelmäßigen und offenen Dialog über das Thema Netzpolitik innerhalb und außerhalb der SPD zu führen. Jeder ist herzlich willkommen diese Diskussion mit uns zu führen.

Vorläufige Tagesordnung:
- Begrüßung: Warum treffen wir uns treffen?
- Erwartungsabfrage
- Positionen der Initiative Netzpolitik in der SPD
- Diskussion mit dem Ergebnis: Gemeinsame Ziele formulieren
- Schlusswort

Hier könnt ihr euch für das Treffen anmelden: http://www.facebook.com/?ref=home#/event.php?eid=235426078683&index=1

Kommentieren » | Uncategorized

Youtube und die Gesellschaft

22. December 2009 - 4:34 pm Uhr

Toller Vortrag von Michael Wesch darüber wie Youtube die Politik verändert.

Kommentieren » | Uncategorized

Das Wiki der Piratenpartei

18. December 2009 - 5:53 pm Uhr

Die Kommunikation innerhalb der deutschen Parteien läuft immer ähnlich ab, vor allem von oben nach unten. Alle zwei Jahre gibt es dann einen Bundesparteitag wo die Delegierten ein wenig mitreden können. Ansonsten kann man noch in diversen Arbeitsgemeinschaften mitarbeiten und Anträge auf Parteitagen einbringen.

Bei der Piratenpartei ist die Struktur der Partei ähnlich, anders als aber alle anderen Parteien setzt die Partei für die interne Kommunikation vor allem auf Wikis. Hierbei handelt es sich um ein Dokument das viele Leute frei verändern können. Ein solches Dokument funktioniert ähnlich wie eine klassische Wikipedia-Seite.

Bei den Piraten dient das Wiki als Informations- und Koordinationsplattform der Partei. Bemerkenswert ist vor allem, dass das Dokument von jedem verändert werden kann, ob Parteimitglied oder nicht. Allerdings gibt es natürlich gesperrte Bereiche, wie z.B. das Parteiprogramm.

piratenpartei

Das Wiki der Piratenpartei (http://wiki.piratenpartei.de/Hauptseite) erfüllt vor allem zwei Aufgaben: Koordinierung und Diskussion. Der wahrscheinlich wichtigste Aspekt des Wikis ist die Koordinierung der Partei und der Mitglieder untereinander. So kann man schnell auf einen Blick erkennen welche Veranstaltungen es gibt oder welche Gruppen sich wann treffen. Viel interessanter sind aber Erklärungen und Anleitungen wie man sich in der Partei einbringen kann. So gibt es beispielsweise die Aktionen „E-Petitionen organisieren“ oder „Prominente pro Piraten“.

Anders als wahrscheinlich bei allen anderen deutschen Parteien werden nicht lang die Strukturen und der Aufbau der Partei erklärt sondern direkte Möglichkeiten wie man sich schnell und einfach einbringen kann.

Neben der Koordinierung kann im Wiki auch diskutiert werden. Jedes Mitglied hat über dieses Instrument die Möglichkeit Änderungsvorschläge für das Parteiprogramm einzubringen.

Kommentieren » | Uncategorized

Jahrescharts der Twitter Trending Topics

17. December 2009 - 3:54 pm Uhr

Hier die Trending Topics des Jahres bei Twitter. Interessanterweise dominiert im politischen Bereich die iranische Präsidentschaftswahl.

2009trends_large

Kommentieren » | Uncategorized

Kampagnenpraxis

17. December 2009 - 12:50 am Uhr

kampagnenreport

Seit einigen Wochen berichtet eine Gruppe von aktiven Online-Wahlkämpfern regelmäßig über Erfahrungen von politischen Online-Kampagnen. Der letzte Bericht beschäftigt sich beispielsweise mit den Fundraising-Erfahrungen der SPD im Wahlkampf in Schleswig-Holstein. Einfach mal vorbeischauen!

http://www.kampagnenpraxis.de/

Kommentieren » | Uncategorized

« Ältere Einträge