Archiv für May 2009


Tweetup mit Thorsten Schäfer-Gümbel und Oliver Zeisberger

23. May 2009 - 4:09 pm Uhr

Der hessische Wahlkampf hat eines ganz klar gezeigt: ein erfolgreicher Internetwahlkampf ist auch in Deutschland möglich. Als Andrea Ypsilanti zurücktrat und Thorsten Schäfer-Gümbel als neuen Kandidaten präsentierte kannte kaum jemand den neuen Kandidaten. Anfangs oft belächelt avancierte der Kandidat innerhalb der knapp 80 Tage Wahlkampf zum ernstzunehmenden Konkurrenten für Roland Koch. Am Freitagabend erläuterten Thorsten Schäfer-Gümbel und Oliver Zeisberger von der Agentur Barracuda, ihr Online Konzept des damaligen Wahlkampfes.

Eine zentrale Rolle in der Diskussion spielte natürlich Twitter. So musste Schäfer-Gümbel gestehen, dass er vor dem Wahlkampf nicht wusste worum es sich bei Twitter handelt. Anfangs hat der dann auch unbewusst oft über Kaffee getwittert. Erst als die Süddeutsche Zeitung dies kritisierte bemerkte er dies. Nun tut er dies natürlich bewusst da er Unmengen an Kaffe trinkt und sich über schlechten Kaffee unendlich aufregen kann. Der Fraktionsvorsitzende der hessischen SPD betonte zudem, dass er nicht aus strategischen Gründen twittert und nicht nur Positionen weitergeben will sondern einfach schreibt was er denkt.

Oliver Zeisberger wiederum beschwerte sich über den dauernden Vergleich der deutschen Online Aktivitäten mit dem Internetwahlkampf des Barack Obama. “Allein wenn man sich die Userzahlen bei den Social Networks anschaut weiß man, dass beide Wahlkämpfe überhaupt nicht vergleichbar sind.”, so Zeisberger.

Er betonte zudem, dass man in Deutschland immer noch darauf angewiesen sei, dass die klassischen Medien die Internet-Aktivitäten der Parteien aufnehmen. So berichtete Spiegel-Online beispielsweise über das erste Video von Thorsten Shäfer-Gümbel auf Youtube. Daraufhin schauten sich einige Tausend Nutzer das Video an. Bei einer alleinigen Verbreitung über das Web 2.0 sind solche Zahlen in Deutschland derzeit nicht erreichbar

Am Ende gab es dann auch noch einen kurzer Ausblick auf den kommenden Bundestagswahlkampf. So bemerkte Zeisberger, dass es einem neuen, recht unbekannten Kandidaten deutlich einfacher fällt einen Online-Wahlkampf zu führen, er sein aber optimistisch, dass sich in den nächsten Monaten noch viel entwickeln werde. Dann gab es noch einen Tipp den er am eigenen Leibe erfahren musste: Jede Online Aktivität muss darauf geprüft werden ob sie Wählerstimmen bringt.

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Recovery Plan vs. Konjunkturpaket II

20. May 2009 - 11:35 pm Uhr

Die deutsche und die amerikanische Regierung haben wegen der Krise entschieden mit zusätzlichem Geld die Wirtschaft zu stabilisieren und zu stimulieren. In Deutschland heißt es Konjunkturpaket, in den USA Recovery Plan. Beide Maßnahmen ähneln sich. Der große Unterschied liegt in der Kommunikation.

Konjukturpaket II

Das Konjunkturpaket II hat es immerhin geschafft auf www.bundesregierung.de ein eigenes Dossier zu werden. Hier findet man die Pressemitteilung, die Maßnahmen in Beamtendeutsch, Flyer usw. Wer nicht Journalist ist oder beruflich an der genauen Formulierung des Gesetzes interessiert ist veirrt sich kaum auf diese Seite.

Recovery Plan

Ganz anders sieht das Bild beim Recovery Plan aus. Die amerikanische Regierung hat für das Gesetz unter www.recovery.org eine neue Seite eingerichtet. Diese bietet keine langen Texte sondern Grafiken und Fakten. So kann ich mir zum Beispiel erklären lassen wie der Recovery Plan funktioniert. Zudem kann ich für jeden Bundesstaat sehen wie viele Jobs durch die zusätzlichen Investitionen gerettet wurden.

Neben der Internetseite investierte Obama auch viel Zeit darin die Menschen per E-Mail für den Recovery Plan zu überzeugen. Mehrere Male sendete er Videobotschaften an seine Unterstützer. Zudem informierte er immer wieder über den Fortschritt des Gesetzes und bat jeden seinen Beitrag zum Gelingen des Gesetzes beizutragen.

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Townhall-Meeting oder doch nicht?

18. May 2009 - 9:55 pm Uhr

Am Sonntag hatte RTL die aktuelle Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast. Das Besondere: laut RTL sollte es das erste Townhall-Meeting Deutschlands werden. Townhall-Meetings sind in den USA bereits seit längerem fester Bestandteil jeden Wahlkampfes. Das Prinzip ist eigentlich einfach: die Bürger fragen, die Politiker antworten.

Nur leider hatte RTL das Prinzip nicht so recht verstanden. So kamen die Fragen nicht spontan von Zuschauern die sich einfach meldeten sondern von Journalisten oder Menschen die vorher ausgesucht wurden. Leider hat sich RTL nicht getraut die Sendung offen zu gestalten und den Menschen den Freiraum zu lassen um interessante und wissenswerte Fragen zu stellen.

Wer wissen will wie ein richtiges Townhall-Meeting ausschaut kann das hier ab Minute 17:30 sehen: http://www.youtube.com/watch?v=J1eKfT2YDpk

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Der Freitag – Was steckt dahinter?

17. May 2009 - 2:20 pm Uhr

Seit mittlerweile zwei Monaten gibt es den neuen Freitag. Nach der Wende gegründet versteht sich die Zeitschrift als Kombination zwischen Online und Offline. Ein Experiment das es in Deutschland so noch nie gab.

Bislang führen die deutschen Blogger eher ein Schattendasein. Kaum ein Blog schafft es die Themen der großen klassischen Medien zu beeinflussen. Die Blogger beschränken sich darauf die Nachrichten der klassischen Medien zu kommentieren. Anders in den USA. Was die Huffington Post schreibt hat Gewicht und spielt auch bei den großen Nachrichtensendern eine wichtige Rolle.

Der Freitag versucht nun die Blogosphäre mit dem klassischen Online-Journalismus zu verbinden. So gibt es beim Freitag Artikel von professionellen Journalisten. Daneben hat aber auch jeder angemeldete Nutzer die Möglichkeit eigene Beiträge zu schreiben. Diese werden dann wiederum von anderen Nutzern bewertet. Die besten schaffen es dann auf die Startseite und in die gedruckte Ausgabe des Freitags.

Insgesamt gesehen ist der Freitag ein guter und auch gelungener Versuch die Blogger und die Journalisten näher aneinander zu bringen. Das größte Problem bei solchen Versuchen sind die fehlenden aktiven Nutzer. Diese Probleme hat der Freitag keineswegs.

Ein schöner Beweis, dass Web 2.0 und Journalismus sich ergänzen und nicht bekämpfen.

Schaut selber mal rein: www.freitag.de

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Europawahlspot

15. May 2009 - 9:44 pm Uhr

Mittlerweile werden fast jeden Tag neue Werbespots für die Europawahlen veröffentlicht.

Hier die CSU: http://www.youtube.com/watch?v=sFguXMMEQ5M

Und die Linke: http://www.youtube.com/watch?v=RSQRIJT5ARU

sowie die FDP: http://www.youtube.com/watch?v=J9OIxeU-2fI&feature=related

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Link der Woche – Opencongress.org

12. May 2009 - 9:33 pm Uhr

Jeder Journalist und jeder Politikinteressierte kennt die Situation. Man sucht nach einem Gesetz und muss ein paar hundert Seiten durchgehen und an die gewünschte Information zu gelangen. In den USA gibt es nun eine Seite die eine solche Suche deutlich vereinfacht.
opencongress
Opencongress bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Erstmal gibt die Plattform dem User die Möglichkeit den Weg eines Gesetzes zu verfolgen. Man sieht genau in welchem Status sich das Gesetz momentan befindet und wer dafür und wer dagegen gestimmt hat. Zudem hat der Benutzer die Möglichkeit das Abstimmungsverhalten zweier Abgeordneter miteinander zu vergleichen. Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel nach neuen Gesetzen in einem bestimmten Themenbereich zu suchen. Am besten ihr schaut euch selber mal an!

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Wahlwerbespots

12. May 2009 - 8:26 pm Uhr

Es gibt mal wieder neue Wahlwerbespots für die Europawahl.

Hier der zweite Spot der SPD: SPD Spot

Dann der Domino-Spot der Grünen: Spot der Grünen

Und schlussendlich der Spot der CDU: CDU Spot

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Kunterbuntes Twitterland

11. May 2009 - 10:37 pm Uhr

In den USA twittern bereits die Mehrzahl der Prominenten und Politiker. Der erfolgreichste ist Ashton Kutcher mit etwa 1,7 Millionen Follower. In Deutschland ist Sacha Lobo der Twitter-König mit etwa 9.800 Follower.

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr zusätzliche Applikationen und Widgets für Twitterer hinzu. Webpolitics stellt die wichtigsten vor:

1. Twitpic
Twitpic bietet die Möglichkeit ein Bild in einen Tweet einzubinden. Nach der Anmeldung erhält der User eine persönliche E-Mail-Adresse. Für die Veröffentlichung eines Bildes auf Twitter muss der User nur das Bild an die E-Mail-Adresse schicken.

2. Tweetdeck
Tweetdeck ist ein Programm das eine erweiterte Benutzeroberfläche für Twitter bietet. Das Programm zeigt besipielsweise automatisch alle aktuellen Tweets. Zudem bietet es zusätzliche Funktionen wie das Kürzen der URL oder bestimmte Themen zu verfolgen.

3. Twitterholic (http://twitterholic.com/)
Twitterholic zeigt die aktuellen Charts des gesamten Twitterkosmos. Man kann auch seinen eigenen Namen eingeben und sehen auf welchem Platz man weltweit und der eigenen Stadt liegt.

4. Hellotxt
Durch Hellotxt hat man die Möglichkeit die Statusmeldungen der gesamten Social Networks zentral zu erneuern. Dies funktioniert allerdings nur für die gesamten amerikanischen Social Networks.

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SPD Wahlkampfspot

7. May 2009 - 10:08 pm Uhr

Heute hat die SPD ihren Wahlkampfspot für die Europawahlen veröffentlicht.
Das Video findet ihr hier: http://www.youtube.com/watch?v=65fij17NfRg

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Politcamp09

4. May 2009 - 9:44 pm Uhr

An diesem Wochenende fand in Berlin das Politcamp09 statt. Beim Politcamp drehte sich alles um Politik und Web2.0. Insgesamt waren etwa rund 600 Teilnehmer da um gemeinsam über dieses Thema zu reden. Bedauerlicherweise waren unter den Anwesenden kaum Politiker vorhanden.

Hier eine kleine Auswahl an Artikeln über das Politcamp:

http://netzpolitik.org/2009/pc09-wahlkampf-im-netz-effektivere-mobilisierung-oder-ueberbewertetes-spielzeug/

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,622693,00.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Barack-Obama;art122,2788568

Falls ihr euch noch einmal einige Sessions anschauen wollt könnt ihr das hier tun:

http://make.tv/politcamp2009/show/21484

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